Dioptrie

Dioptrie ist die Maßeinheit für die Brechkraft (seltener auch: Brechwert) optischer Systeme und stellt den Kehrwert der Längeneinheit Meter dar. Ihr Einheitenzeichen in Deutschland ist dpt.

Die Einheit Dioptrie wird als gesetzliche Einheit in den Staaten der EU und in der Schweiz bei der Angabe der Brechkraft optischer Systeme, besonders in der Augenoptik, verwendet. Das optische System kann eine optische Linse, ein gewölbter Spiegel aber eben auch ein Auge sein.

Auf Vorschlag des französischen Augenarztes Ferdinand Monoyer wurde 1872 die Dioptrie in die augenbezogene Optik eingeführt. Die Brechkraft des normalsichtigen gesunden menschlichen Auges beträgt in akkommodationslosem Zustand etwa 59 bis 60 dpt (entsprechend einer Brennweite von etwa 16,6 mm) und kann sich zur Anpassung auf kleinere Sehentfernungen vergrößern. Dieses Anpassungsvermögen ist altersabhängig und lässt schon in der Jugend nach. Das menschliche Auge ist im akkommodationslosen Zustand auf die Ferne eingestellt und akkommodiert auf die Nähe durch Krümmungsänderung.

Sammellinsen dienen der Korrektur von Weitsichtigkeit, Zerstreuungslinsen der Korrektur von Kurzsichtigkeit und torische Linsen der Korrektur eines Astigmatismus (Hornhautverkrümmung). Die Brechkraft ist ebenfalls die Kenngröße eines Brillenglases mit Dioptrienausgleich. Je größer sie ist, desto stärker ist die Korrektur der Fehlsichtigkeit.

Der Optiker bzw. Augenarzt ermittelt die genauen Dioptrienwerte. Aufgrund dieser Messungen werden die entsprechend notwendigen Brillengläser oder Kontaktlinsen auswählt.