Fehlsichtigkeit

Mit dem Begriff Fehlsichtigkeit werden eine Reihe verschiedenartiger, normabweichender oder suboptimaler Zustände des Sehsinnes bezeichnet. Im engeren Sinne ist mit diesem Begriff die Ametropie gemeint, in der Augenoptik die Bezeichnung für ein optisch nichtideales Auge. Im Prinzip kann so jede Abweichung der individuellen Qualität des Sehsinnes vom Ideal- oder Normalwert bezeichnet werden. Als Fehlsichtigkeit gelten manchmal auch normale Messwerte, wenn, wie im Beispiel der Ametropie, die Norm nicht dem Ideal entspricht.

Als Fehlsichtigkeiten im weiteren Sinne werden so bestimmte suboptimale oder normabweichende Leistungen im Bereich der Sehschärfe, der Akkommodation, des Farbsehens, der Augenmotorik oder des Dämmerungssehens bezeichnet.

Formen von Fehlsichtigkeit

  • Die Ametropie bezeichnet das Abweichen der Brechkraft eines Augapfels vom Idealwert, das heißt den Zustand Refraktion ? 0. Dazu zählen die Kurzsichtigkeit, die Weitsichtigkeit und die Stabsichtigkeit.
  • Presbyopie (Alterssichtigkeit) wird die physiologische Abnahme der Akkommodationsfähigkeit mit dem Lebensalter genannt.
  • Heterophorie nennt man ein verstecktes (latentes) Schielen, häufig ohne krankhaften Hintergrund.
  • Winkelfehlsichtigkeit ist ein wissenschaftlich nicht anerkannter Kunstbegriff aus der Augenoptik, der eine andere Bezeichnung für Heterophorie darstellt.
  • Strabismus (Schielen) bezeichnet eine krankhafte Augenmuskelgleichgewichtsstörung
  • Amblyopie ist eine funktionelle Schwachsichtigkeit ohne organische Ursache als Folge einer mangelhaften Stimulanz oder Abbildungsqualität des betroffenen Auges, zum Beispiel bei Schielerkrankungen.
  • Asthenopie ist ein nicht genau umrissener Beschwerdekomplex, häufig jüngerer Menschen, der z. B. durch unkorrigierte Ametropien oder latentes Schielen ausgelöst werden kann.
  • Die Hemeralopie (Nachtblindheit) ist eine abnorme Verminderung des Sehvermögens bei Dunkelheit.
  • Die Farbenfehlsichtigkeiten in ihrer angeborenen oder (seltener) erworbenen Form sind Abweichungen von der normalen Farbwahrnehmung, deren bekannteste die Rot-Grün-Sehschwäche und deren Extrem die Achromatopsie (Farbenblindheit) darstellt.